Allgemeines

Warum du in Schubladen denkst, und es eigentlich gar nicht so schlimm ist.

Warum du in Schubladen denkst, und es eigentlich gar nicht schlimm ist.

Erst einmal müssen wir klären was Schubladendenken überhaupt bedeutet.  Viele benutzen es Synonym mit Vorurteilen. Dies ist nur bedingt korrekt. Zum einen weil diese fast immer negativ behaftet sind. Zum anderen sind diese meistens auf Personen bezogen. Schubladendenken bedeutet aber eigentlich, das in unserem Kopf feste Muster ablaufen. 

Wieso ist dieser Unterschied so wichtig?

Weil hier zwar Psychologisch gesehen das gleich passiert aber unterschiedliche Auswirkungen hat. Denn wenn wir jemanden vorverurteilen tuen wir ihm meistens unrecht. Ich kenne zumindest viele kluge Blondinen und auch ein paar weniger intelligente Brillenträger. 

Aber zurück zu den Schubladen!

Wie ist dieses jetzt entstanden bzw. wofür ist es gut?  Das Schubladendenken dient unserem Kopf als Filter und Entscheidungshilfe. In dem es im ersten Schritt all das rausfiltert was unser Unterbewusstsein grade für unwichtig hält und danach anfängt das „wichtige“ zu kategorisieren. Das ist ziemlich praktisch wenn man genauer darüber nachdenkt. Stell dir einmal vor du triffst einen Bekannten auf der Straße und möchtest mit Ihm sprechen, aber statt ihm zuzuhören hörst du lauter Autos und Vögel zwitschern außerdem hörst du noch den Rasenmäher auf dem Grundstück nebenan. Du könntest dich überhaupt nicht darauf konzentrieren was dir erzählt wird. Deswegen filtert unser Gehirn diese Dinge direkt in den Hintergrund. Ziemlich praktisch oder?

Ein Bild von ein paar Sieben als Sinnbild für unsere Mentalen Filter.

Danach geht es weiter, unser Kopf fängt an alles andere einzuordnen und zu assozieren. Spricht der Bekannte zum Beispiel von Autos zeigt uns unser Gehirn Bilder von Autos und wir wissen wovon unser Bekannter spricht. Das ist aber noch nicht alles viel spannender wird es wenn wir Dinge sehen. Sobald wir etwas sehen sorgt unser Wahrnehmung dafür das wir wissen was es ist und was man damit tuen kann. (Falls wir das nicht können spricht man übrigens von dem Krankheitsbild „Agnosie). Hier kommt übrigens auch die selektive Wahrnehmung ins Spiel aber das ist wieder ein anderes Thema. So wissen wir zum Beispiel das Feuer heiß und Wasser nass ist und müssen es nicht jedesmal erneut feststellen. Auch ziemlich praktisch oder? Genau so sind in diesen Schubladen verschiedene Verhaltensmuster, die wir sofort Anwenden können wenn etwas passiert. Nicht zu verwechseln mit Reflexen. Diese gehen sofort los ohne das wir aktiv darüber nachdenken wohin gegen Muster abgespielt werden wir aber Einfluss auf den Verlauf nehmen können. Beispiel: Sich ducken wenn ein Ball auf uns zukommt ist ein Reflex. Eine Mathe Aufgabe lösen ist ein Muster. Da wir ein bereits bekanntes System anwenden um ein Problem zu lösen. Bis hierher alles mega praktisch!

Bild von Datenbanken als Sinnbild für Kategorien als Blaupause für unser Schubladendenken.

Aber Chris wo Licht ist ist doch bestimmt auch Schatten oder?

Ganz genau und dazu kommen wir jetzt. Das erste Problem sind natürlich Vorurteile, wenn unser Kopf also ganze Personengruppen vorverurteilt. Hierfür ist es wichtig das man immer wieder offen auf Menschen zu geht. (Teil das mal bitte mit allen Extremisten in deiner Liste 😛 Ach so danach am besten direkt löschen! ) Aber der Punkt war dir glaube ich auch nicht wirklich neu. Viel nerviger ist es, das unser Kopf das auch bei anderen Dingen macht. Suchen wir zum Beispiel neue Lösungswege wird uns unser Kopf immer wieder alt bewährtes vorschlagen und darum nicht dazu kommen neue zu bilden. Schön zu sehen wenn ein unbeteiligter Dritter dazu kommt und das Problem binnen Sekunden löst weil er noch frei in seinen Gedanken war.

Gibt es einen Ausweg aus dem Schubladendenken?

Nicht nur einen sondern Mehrere, tolle Neuigkeiten oder? Der erste ist das so genannte Reframing (dazu in einem anderem Beitrag mehr den ich dann hoffentlich hier verlinke). Aber kurz angerissen, heißt es sich bewusst einem Problem oder einer Situation aus einer anderen Blickweise zu nähren. Dies hilft unserem Gehirn dann dabei mit anderen Mustern zu arbeiten oder neue zu entwickeln. Eine Zweite Option ist das Problem vorerst in ruhe zu lassen damit unser Kopf sich davon lösen kann.  Die berühmte Lösung über Nacht. Da unser Gehirn das Problem weiter bearbeitet aber im Unterbewusstsein werden einige Filter ausgeschaltet die uns eventuell von einer Lösung abgehalten haben. Eine letzte Möglichkeit für heute ist das Meditieren, hierbei öffnest du deinen Geist und sorgst so dafür das die Schubladen „geschlossen“ werden und somit ein freier Denkprozess statt finden kann. WICHTIG: Meditiere auf deinen Atem oder ähnliches und nicht auf das Problem. Ansonsten verschließt sich dein Geist weiter.

Statt einem Video habe ich heute gleich Zwei Buchempfehlungen für dich. Aber erst noch eine Bitte! Hinterlasse mir doch einen Kommentar ob dir dieser Beitrag geholfen hat oder aber welche Schublade dich in deinem Alltag aktuell stört oder schreibe mir direkt.

Dieses Buch ist für jeden der sich tiefer mit Psychologie auseinander setzen möchte.

Dies ist in meinen Augen das Basis Werk für jeden der sich mit NLP beschäftigen möchte, also der Psychologischen Hilfe für sich selbst und andere.

Deine Meinung oder Frage zu diesem Thema?